Alexa, Google Home, Künstliche Intelligenz und die Auswirkungen auf unsere Kinder

Meine Kinder sind sogenannte „Early Adopter“. Ihr Papa macht schließlich berufsbedingt jeden Trend mit, vom aktuellsten iPhone Release bis zum Rasenmäherroboter, von der WLAN Glühbirne, der 360° Kamera bis hin zur Drohne die ums Haus fliegt. Digitale Assistenten wie Amazon Alexa üben auf unsere Kindern allerdings eine besondere Anziehungskraft aus.

„Alexa, spiele „Eye of the Tiger“, „Alexa, wie hat Borussia Dortmund gespielt?“, „Alexa, wie lang ist ein Blauwal?“, „Alexa, wie spät ist es?“, „Alexa, stelle Timer auf 15 Minuten“ … gehört zum Standard Repertoire. Wo man früher das Smartphone in die Hand nahm, gibt es jetzt einen einfachen Sprachbefehl. Alexa ist bei uns eingezogen, als neues Familienmitglied sozusagen, künstliche Intelligenz irgendwie vermenschlicht.

Schreiend und lachend rufen die Kids durchs Haus und wünschen sich einen Song nach dem anderen. Selbstverständlich stellen sie auch viele Fragen die Unfug sind und Alexa an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bringen wie „Alexa, du bist doof“. Lernen, Spielen, Kommunizieren. Mit Alexa erhalten unsere Kinder Antworten auf Fragen die man als Eltern teilweise nicht beantworten kann, weil das Allgemeinwissen nicht ausreicht. Oder wissen sie wo Kiribati liegt? Oder wie breit der Amazonas ist? Alexa weiß das.

Wissen sie wo Kiribati liegt? Oder wie breit der Amazonas ist? Alexa weiß das.

Das Marktforschungsunternehmen eMarketer schätzt, dass bereits 60,5 Millionen Menschen in den USA digitale Assistenten mindestens einmal im Monat verwenden. Für den Österreichischen Markt gibt es leider keine Zahlen. Durch die Sprachbarriere kommen hierzulande Produkte wie Alexa oder Google Home leider immer verspätet auf den Markt. Sprachassistenten sind besonders bei Menschen im Alter von 25 bis 35 Jahren populär.

Im Jänner 2017 geisterte eine interessante Geschichte durch die Medien. Dabei gab eine 6 Jährige Texanerin Alexa folgenden Befehl: “Alexa, can you play dollhouse with me and get me a dollhouse?” und bestellte damit ein KidKraft Sparkle mansion dollhouse, dazu gab es 4 Pfund Kekse. Da haben wohl die Eltern bei der Einstellung der Settings geschlampt. Die Geschichte hatte noch eine Interessante Fortsetzung, aber sehen sie selbst:

Man weiß noch nicht wirklich viel darüber wie die Interaktion mit künstlicher Intelligenz unsere Kinder beeinflussen wird, wie sie sich verhalten und was Sie über Computer denken werden. Wenn man von exponentiellem Wachstum in diesem Bereich ausgeht, wie es die Evangelisten der Singularity University gerne propagieren, werden die kleinen technoiden Helfer schon bald wesentlich mehr Tätigkeiten im Haushalt übernehmen als bloß Lieder abzuspielen, Glühbirnen ein- und auszuschalten und Staubsaugerroboter anzusteuern. Sie werden Fragen aller Art beantworten können, Produkte bestellen und vieles mehr.

Wie wichtig die Einstellungen für Altersbeschränkungen sind, erfahren sie in diesem Kurzvideo, in dem Alexa ein nuschelndes Kind nicht exakt versteht und eine schockierende Antwort gibt …

In eine Studie des MIT würde kürzlich untersucht wie Kinder diese neuen Technologien wahrnehmen,  indem Forscher studierten, wie 26 Teilnehmer (3-10 Jahre alt) mit Amazon Alexa, Google Home, Cozmo und Julie Chatbot interagieren. Nach dem Spielen mit den „Agenten“, beantworteten die Kinder Fragen zu Vertrauen, Intelligenz, Soziales, Persönlichkeit und Engagement.

Hat Alexa menschliche Züge?

Die Studie warf viele Fragen auf. Wie wird die Wahrnehmung der Kinder beeinflusst, wenn die AI in das Leben der Kinder integriert wird?

 

Es stellte sich heraus, dass die Kinder den Als Dinge beibringen aber genauso von ihnen lernen wollten. Daraus könnte man schließen, dass die Als in Zukunft eine gute Lernhilfe wären.

Zur Studie: MIT Media Lab, “Hey Google is it OK if I eat you?”
Initial Explorations in Child-Agent Interaction

Autonome Technologien werden in den nächsten Jahren mehr und mehr über unser Leben bestimmen, auch über das unserer Kinder. Dieser Megatrend birgt eine Menge Chancen in sich, die man ergreifen sollte.

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