Die Kreativbranche befindet sich im ständigen Wandel. Mit FLUX 2 präsentiert Black Forest Labs aus Freiburg nun ein KI-Bildmodell, das neue Maßstäbe setzt. Die Macher hinter dem legendären Stable Diffusion KI-Modell zeigen, dass europäische KI-Forschung auf Augenhöhe mit den Silicon-Valley-Giganten konkurrieren kann.
Black Forest Labs wurde im März 2024 von Robin Rombach, Andreas Blattmann und Patrick Esser gegründet – den Wissenschaftlern, die bereits Stable Diffusion entwickelt hatten. Wichtig zu wissen: Diese bahnbrechende Technologie entstand nicht bei Stability AI, sondern während ihrer Forschungsarbeit an deutschen Universitäten in München und Heidelberg. Mit einer Seed-Finanzierung von 31 Millionen Dollar unter Führung von Andreessen Horowitz und einer aktuellen Bewertung von bis zu 4 Milliarden Dollar gehört das Freiburger Unternehmen zu den heißesten KI-Startups Europas. Der Name ist eine Hommage an die Schwarzwald-Heimat der Gründer (persönliche Anmerkung: ich finde das großartig!).
Was macht FLUX 2 besonders?
FLUX 2 löst die häufigsten Probleme bisheriger KI-Bildgeneratoren. Der eigentliche Game-Changer ist die Möglichkeit, bis zu zehn Referenzbilder gleichzeitig zu verwenden. Kreative können so mehrere Vorlagen kombinieren, um Charaktere, Produkte oder Stile konsistent über ganze Bildserien hinweg zu halten. Ein Protagonist bleibt über Dutzende Szenen identisch – ohne komplizierte Workarounds.

Dazu kommt endlich lesbarer Text: Während frühere KI-Modelle für verzerrte Buchstaben berüchtigt waren, rendert FLUX 2 Typografie, Logos und Infografiken in produktionsreifer Qualität. Selbst komplexe Headlines und UI-Mockups werden sauber dargestellt. Die Auflösung bis 4 Megapixel ermöglicht Studioqualität mit beeindruckender Detailgenauigkeit bei Texturen, Beleuchtung und räumlicher Tiefe. Und dank eines integrierten Sprachmodells versteht FLUX 2 Kontext und kann Anweisungen intelligenter interpretieren als reine Bildgeneratoren.
Drei Varianten für unterschiedliche Bedürfnisse
Black Forest Labs bietet FLUX 2 in drei Ausführungen an:
- FLUX.2 [pro] ist die Premium-Version für höchste Ansprüche – sie liefert maximale Bildqualität und ist über die BFL-API sowie den Online-Playground verfügbar.
- FLUX.2 [flex] richtet sich an Entwickler, die volle Kontrolle über die Bildgenerierung benötigen. Hier lassen sich Geschwindigkeit und Qualität individuell abstimmen – ideal für Prototyping und Automatisierung.
- FLUX.2 [dev] ist ein Open-Weight-Modell für nicht-kommerzielle Anwendungen, das Entwickler und Forscher kostenlos nutzen können.
Die Preise richten sich nach der Bildgröße. Ein Bild in Standardauflösung (1024×1024 Pixel) kostet etwa 6 Cent, bei voller 4-Megapixel-Auflösung rund 24 Cent. Für Einsteiger gibt es kostenlose Credits zum Testen im BFL Playground.
Praxisbeispiel: Burda Verlag spart 50% Produktionszeit.
Der Burda Verlag nutzt FLUX bereits für die Comic-Produktion des LissyPony-Magazins – eines der bekanntesten Kindermagazine in Zentraleuropa. Das Ergebnis: Die Produktionszeit wurde halbiert. COO Rebecca Gottwald ist überzeugt, dass KI-gestützte Workflows die Comic-Erstellung grundlegend verändern werden.
Weitere namhafte Partner sind Adobe (Integration in Photoshop), Meta (für Instagram-Filter und Facebook-Werbung) sowie Microsoft (Azure AI).

Für wen eignet sich FLUX 2?
Im Marketing und in der Werbung ermöglicht FLUX 2 konsistente Kampagnen mit durchgängigen Charakteren, Produktplatzierungen und exakten Markenfarben dank Hex-Code-Unterstützung. Designer im UI/UX-Bereich profitieren von der schnellen Erstellung von Interface-Mockups mit lesbarem Text und visuellen Designsystemen.
Für E-Commerce eignet sich das Tool zur Produktfotografie im großen Stil, für Lifestyle-Aufnahmen und die Generierung von Produktvarianten. In Entertainment und Medien sorgt die Charakterkonsistenz über Szenen hinweg, die Umgebungsgenerierung und stilkonsistente Assets für neue Möglichkeiten in Games und Film.

Wie FLUX 2 im Vergleich abschneidet
Im Wettbewerb mit Midjourney, Googles Nano Banana Pro und anderen führenden Bildgeneratoren positioniert sich FLUX 2 in der Spitzengruppe. Die Stärken liegen klar bei Photorealismus, Text-Rendering und der API-Verfügbarkeit für professionelle Workflows. Midjourney bleibt hingegen führend bei künstlerisch-stilisierten Outputs.

Ressourcen und Einstieg
Wer FLUX 2 ausprobieren möchte, findet auf der offiziellen Website einen Playground zum Testen. Entwickler können die API-Dokumentation nutzen, während die Open-Weight-Modelle auf Hugging Face bereitstehen. Den offiziellen Code gibt es auf GitHub.
FLUX 2 ist mehr als nur ein weiteres KI-Bildtool – es ist ein Beweis dafür, dass europäische Innovation im KI-Bereich ganz vorne mitspielen kann. Die Kombination aus konsistenter Charakterdarstellung, produktionsreifem Text-Rendering und Studioqualität macht FLUX 2 zu einer ernsthaften Option für Kreativprofis, die über das Experimentieren hinausgehen und KI-Bildgenerierung in echte Produktionsworkflows integrieren wollen.
Die Zukunft der Kreativbranche liegt in der Symbiose von menschlicher Intuition und künstlicher Intelligenz. FLUX 2 zeigt eindrucksvoll, wie diese Zusammenarbeit aussehen kann.